Glasrecycling bringts

Glasrecycling bringts

10.08.2018 von Ingetraud Wohlfahrt

Insgesamt wurden 2016 in Deutschland etwa 1,9 Millionen Tonnen Glasverpackungen aus privaten Haushalten an rund 85.000 Behälterstandorten eingesammelt (Quelle: Der Grüne Punkt).

Bildnachweis: Harald Heinritz/abfallbild.de

Glasverpackungen werden recycelt

So klappt es

Insgesamt wurden 2016 in Deutschland etwa 1,9 Millionen Tonnen Glasverpackungen aus privaten Haushalten an rund 85.000 Behälterstandorten eingesammelt (Quelle: Der Grüne Punkt). So kamen in den Landkreisen Dillingen und Donau-Ries etwa 5000 Tonnen Behälterglas zusammen, das entspricht einer Menge von etwas über 20 Kilogramm pro Einwohner. Aber wie geht es weiter und was sollte schon beim Sammeln beachtet werden. Der AWV Nordschwaben informiert.

Richtiges Sortieren Voraussetzung fürs Recyceln

Laut Glasindustrie hat die Qualität des an den Aufbereitungsanlagen angelieferten Materials in den vergangenen Jahren eher abgenommen. Damit die Qualität gut bleibt und noch weiter verbessert wird, kann der Verbraucher mithelfen. Wichtig ist es, die Glascontainer richtig zu befüllen. So gehören in die Container Einmalglasflaschen und Glasverpackungen von Gemüse und Obst, sogenanntes Behälterglas. Steingut, Porzellan und Keramik gehören nicht in die Glascontainer, sondern bei Kleinmengen in die Mülltonne oder zum Bauschutt. Auch Flachglas, Spiegel, Glühbirnen oder Bleiglas haben nichts im Glascontainer zu suchen. Ebenso wenig wie feuerfeste Koch- und Backformen oder Glaskeramiken wie z.B. Ceranfelder. Sie haben andere Eigenschaften als das Behälterglas und stören den Herstellungsprozess von Glas. Ganz wichtig ist es auch, das Glas nach Farben sortiert einzuwerfen. Das erleichtert den Verwertungsprozess erheblich. Selbstverständlich sollte sein, die Containerstationen sauber zu halten. Sperrmüll oder Kartonagen verleiten dazu, es mit der Trennung nicht so genau zu nehmen.

Jede Glasflasche besteht bis zu 90% aus Altglas

Die eingesammelten Scherben werden in Aufbereitungsanlagen für die Glasschmelze vorbereitet. Bevor die Technik zum Einsatz kommt, ist immer eine händische Sortierung vorgeschalten. Das bedeutet, dass Menschen am Fließband stehen und den Scherbenbruch sichten. So werden grobe Störstoffe wie Schuhe, Windeln und Restmüll von Hand aussortiert. Ein Magnetabscheider zieht Eisenmetalle ab, wie z.B. Kronkorken. Über einen Wirbelstromscheider werden Alufolien und Alu-Schraubverschlüsse zuverlässig entfernt. Keramik, Steinchen, Fehlfarben und Nichteisenmetalle werden mittels optischer Verfahren entfernt. So ist der Behälterbruch bestens vorbereitet für die Glashütte. Nach Zugabe von Sand, Soda, Kalk und Pottasche werden die Behälterglasscherben bei etwa 1.100 Grad Celsius in der Schmelzwanne eingeschmolzen. In Formgebungsmaschinen eingebracht, werden neue Behältergläser und Glasflaschen hergestellt. Die sich anschließende Qualitätskontrolle stellt sicher, dass das Produkt in einwandfreiem Zustand ist und z.B. an den Getränkeabfüller ausgeliefert werden kann. So besteht jede Glasflasche zu bis zu 90% aus Altglas.

Mit dem Glasrecyceln werden Primär-Rohstoffe eingespart. So ersetzt eine Tonne Scherbeneinsatz 1,2 Tonnen Primärrohstoffe. Es kommt zu einer Energieeinsparung von bis zu 30% und Altglasscherben sind unendlich oft recycelbar. Alles in allem also ein Gewinn für Ökologie und Ökonomie.

 

Aus der Gerüchteküche

Alles wird ja doch wieder zusammengekippt!

Antwort: Die Sammelfahrzeuge verfügen über getrennte Farbkammern! Der Scherbenbruch im Glascontainer wird tatsächlich nach Farben sortiert abgeholt. Das macht auch Sinn, weil Behälterglas zu neuen Weißglas-, Grünglas- und Braunglasverpackungen verarbeitet wird.

Wohin mit der blauen Flasche?

Antwort: Alle Farben, die man nicht zuordnen kann, ins Grünglas einwerfen! Auch alle durchgefärbten Gläser bitte zum Grünglas geben.

Muss ich die Deckel entfernen und mitnehmen?

Antwort: Nein! Verschlüsse bitte abdrehen und in den Dosencontainer werfen. Das vorherige Entfernen ist hilfreich, weil damit keine Glasreste am Verschluss verbleiben und auch verwertet werden können.

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